Cargo, Zentrum für Gartenkunst Schloss Dyck

In dem weiten Meer aus Chinaschilf schwimmt ein Holzrahmen. Präzise stanzt er eine 25x25 Meter große Fläche aus der wogenden Graslandschaft aus.
Neun Holzrippen strukturieren den Garten. Sie tragen ein umlaufendes Band aus Holzplanken - eine angenehme Aufenthaltsfläche, ein Sonnendeck für Gartenreisende. Auf einer Seite sind die Holzplanken zu einem großzügigen Sitzobjekt aufgestapelt.
Nach außen tritt der statische Holzrahmen im Laufe der Jahreszeiten und Vegetationsperioden in eine reizvolle Wechselbeziehung zur Wachstumsdynamik des umgebenden Chinaschilfs und inszeniert diesen als überraschende Raumkante.
Nach innen fokussiert der Holzrahmen ein 18x18 Meter großes Pflanzbeet. Zwei Vegetationsmodule wechseln mit einer Schüttung aus Basaltschotter und entfalten zwischen dem gleichmäßigen Takt der Holzrippen ein vergnügliches Pflanzspektakel. Die Vegetationsmodule sind jeweils durch ein markantes Pflanzenbild definiert, das aus der Verwendung von aufeinander abgestimmten Arten und Sorten erwächst. Pflanzen unterschiedlichster Herkunft, Exoten und Einheimische sind in dieser sofort wirksamen Vegetationsladung zu anregenden Nachbarschaften zusammengestellt. Sonderbares findet sich neben Selbstverständlichem.
Cargo lässt sich treiben zwischen Leichtigkeit und Strenge, zwischen Agrarindustrie, Schrebermentalität und Gartenkunst.
„Die Verfasser fanden nach Auffassung des Preisgerichts den besten Zugang zum Ziel des Wettbewerbs, einen ebenso modernen wie sensiblen Umgang mit Pflanzen zu zeigen. Die besondere Qualität des Entwurfs liegt in der insgesamt ausgewogenen Proportion und im gelungenen Spannungsbild von der Leichtigkeit der Pflanzung zu der Strenge der Module.“
(Auszug aus der Pressemitteilung vom 25.05.2001)

Bundesweit offener Realisierungswettbewerb, 2001
1. Preis
Bauherr: Stiftung Schloss Dyck
Planung: Leistungsphase 2-8
Fertigstellung: 2002
Größe: 625 qm