Parzellenpark Schönebeck (Elbe)

Die momentane Situation Schönebecks ist geprägt von einem Nebeneinander progressiver und regressiver urbaner Prozesse sowie vom Übergang überkommener Stadtstrukturen ins Transitorische. Besonders stark von Schrumpfungserscheinungen betroffen ist der ursprüngliche, für das heutige Stadtgebiet namens gebende Siedlungskern, der seine bauliche Dichte und die Charakteristik seines Stadtgefüges durch weit reichende Abbruchmaßnahmen seit einigen Jahren zu verlieren droht.
Die im Rahmen der IBA Stadtumbau Sachsen-Anhalt entwickelte Idee des 'Parzellenparks' sieht vor, den brachliegenden Stadtraum entsprechend der tradierten Grundstücksgrenzen durch Vegetationssaaten und Hecken zu strukturieren. Dieser Rückgriff betont die Wertigkeit der Stadtstruktur im Sinne eines kulturellen Gedächtnisses und bewahrt sie als Initial für künftige urbane Prozesse. Die Areale im Inneren der früheren Häuserkarrees werden durch die Anlage von Obstgärten neu qualifiziert.
Durch dieses Strukturieren und Qualifizieren des Stadtgebiets entlang der Steinstraße entsteht die Möglichkeit, eine Zwischennutzung dieses urbanen Raums als 'Parzellenpark' anhand verschiedenster informeller Aneignungsformen zu etablieren. Perspektivisch bleibt somit eine stadträumliche Kontinuität erhalten, die zum Auslöser für eine künftige Wiederbebauung des Areals werden soll, vorerst jedoch die Ausblendung ganzer Straßenzüge aus dem regionalen Bewusstsein verhindert. Betont wird dies durch das 'Abstäben' einzelner Grundstücke, auf denen Informationen zur Geschichte bzw. zu Neuplanungen angebracht sind.


Bauherr: Stadt Schönebeck (Elbe)
Planung: Leistungsphase 1-7
Jahr: 2010
Größe: 3.500 qm